MJE: Sieg und Niederlage beim Heimturnier

05.​03.​2026

Koweg Görlitz - HSV 1923 Pulsnitz     25:20 (12:12)

HSV 1923 Pulsnitz - OSV Zittau           24:18 (11:09)

 

Koweg Görlitz – HSV 1923 Pulsnitz

Um es gleich vorwegzunehmen – die Jungs zeigten in dieser dramatischen Auseinandersetzung ihr bisher bestes Spiel in der laufenden Saison.

Der Favorit im ersten Aufeinandertreffen des Tages war gesetzt: es waren die bisher ungeschlagenen Cracks aus Görlitz. Wir kannten die Qualität der Mannschaft aus unserem Auswärtsspiel in der Grenzstadt, wo sie uns im Rahmen der Mini-WM in einem packenden Spiel unsere Grenzen aufzeigten. Vor heimischem Publikum rechneten wir uns daher eher nur eine Außenseiterchance aus und nahmen uns vor, die Görlitzer zumindest kräftig ins Schwitzen zu bringen. Was den Jungs auch mit großer Bravour gelang: hellwach und ausgeschlafen starteten sie in die Partie und gingen vor staunendem Publikum mit gleich zwei Toren in Führung. Die Görlitzer brauchten etwas, um diese Schreckminuten zu verdauen und liefen dann dem Rückstand bis zur 6. Spielminute hinterher, als sie dann zum 6:6 ausgleichen konnten. In unserer Auszeit motivierten die Trainer die Jungs mit taktischen Ratschlägen, diese zogen dann erneut auf drei Tore davon. In der 11. Minute glichen die Görlitzer zum 10:10 aus und gingen erstmals in Führung. Das Spiel wogte hin und her - beide Teams schenkten sich nichts, in der Abwehr kämpfte unsere Mannschaft aufopferungsvoll gegen die schnellen Angriffe des Gegners und setzte sich selbst auch vor dem gegnerischen Tor mit herrlichen Aktionen in Szene. Mit einem verdienten Unentschieden (12:12) ging es in die Halbzeitpause. Die zweite Hälfte war dann nichts für schwache Nerven – beide Teams zeigten den begeisterten Zuschauern Handball vom Feinsten nach dem Libretto „Führung Görlitz – Ausgleich Pulsnitz“. Bahnte sich hier eine kleine Sensation an? Unsere Jungs hielten das Spiel bis zur 20. Minute offen, erst dann gelang es den technisch versierteren und athletisch stärkeren Görlitzern, sich peau a peau abzusetzen und mit einem (dem Spiel nicht ganz gerecht werdenden) 25:20 als Sieger von der Platte zu gehen. Unsere Truppe konnte diese trotz der Niederlage ebenfalls mit erhobenem Haupt verlassen. Sie präsentierten dem Publikum trotz fehlendem Stammspieler eine Superleistung gegen die Topmannschaft der Liga, zeigten uns ihr über die Monate gewachsenen volles Leistungspotential und gingen zum Teil über die Leistungsgrenzen. Die sonst so kritischen Trainer hatten nichts auszusetzen - die Motivation stimmte, der Kampfgeist ebenso; Technik, Abstimmung und Zusammenspiel funktionierten gegen einen schwer zu bespielenden Gegner. Teuer verkauft, Respekt erarbeitet aber leider mit Würde verloren – trotzdem Glückwunsch – dieses Spiel machte Lust auf mehr.

 

HSV 1923 Pulsnitz – OSV Zittau

Nach einer mehrstündigen Pause starteten die Jungs fulminant in die zweite Begegnung: 2 Tore in der ersten Minute ließen das Publikum auf eine starke Leistung hoffen. Jedoch – zu früh gefreut. Die Gäste aus Zittau drehten das Spiel und ließen unsere Truppe sowohl bei Abwehr und auch im Angriff nicht gut aussehen. Wir sahen die altbekannten Fehler eines verschlafenen Beginns – schlechte Abspiele, keine Umschaltaktionen und wenig Initiative bei Kontern seitens der Zittauer. Wo war der Enthusiasmus aus der ersten Begegnung geblieben? Bereits in der 6. Minute versuchten die Trainer mit einer Auszeit gegenzusteuern. Vergeblich, die Zittauer zogen erneut davon. Es dauerte weitere 4 Minuten, bis sich die Mannschaft warmgelaufen und unser Sturm warmgeworfen hatte, um dem Gast zu zeigen, wer denn nun der Herr auf der Platte ist. In Minute 10 gingen wir in Führung. Die Zittauer gaben nicht auf, hielten dagegen und blieben dran, Publikum und Trainer bangten aber wir konnten einen hauchdünnen 2-Tore-Vorsprung mit in die Halbzeit nehmen. Diesmal fielen die Ansagen der Trainer anders aus, als im Spiel gegen Görlitz – es galt, die Jungs wachzurütteln und an ihre Stärken zu erinnern. Und wie schon so oft gesehen in dieser Saison – auf einmal funktionierte wieder alles – Abwehr und Angriff harmonierten, die Torhüter parierten, es gab gute Kombinationen, tolle Einzelaktionen und eine kompromisslose Abwehr. Die Truppe war auf der Siegerstraße und ließ sich den Triumph im zweiten Spiel nicht mehr aus der Hand nehmen. Sukzessive baute die Mannschaft ihren Vorsprung aus, alle Spieler konnten sich bewähren und schlussendlich stand mit 24:18 ein komfortabler Sieg zu Buche – wenn auch mit stirnrunzelnden Trainern.

Fazit: Ein großes Spiel trotz faszinierender Leistung verloren, ein weiteres mit einer durchwachsenen Leistung gewonnen. Insgesamt ein zufriedenstellendes Ergebnis. Woran müssen wir arbeiten? Motivation, Technik und Teamwork stimmen – wenn auch nicht immer von Anfang an. Hier muss Abhilfe geschaffen werden. Im Weiteren setzen wir nun verstärkt Akzente auf Kondition, Physis und Zweikampfstärke, damit wir auch weiterhin in der Tabellenspitze mithalten zu können.

Danke ans Publikum, dass in beiden Partien unermüdlich jubelnd, klatschend, laut trommelnd und mit motivierenden Zwischenrufen die Jungs feierte und unterstützte. Wir sind stolz auf Euch!

 

Es spielten: TW: L. Schölzel, L. Samoila, J. Hommel

K. Heinrich (15), L. Beck (2), L. Mager (12), B. Schwenke (10), B. Leonhardt (2), L. Richter, P. Kandziora (1), D. Neumann, A. Dietze (2), J.Berthold

(Torangaben ohne Gewähr)

 

Jacqueline Graff

 

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