MJE: Durchwachsener Auswärtsspieltag
Am vergangenen Sonntag fuhr die männliche Jugend E des HSV zum Auswärtsspieltag in die wiedereröffnete Halle am Berufsschulzentrum in Hoyerswerda. Das leicht dezimierte Trainerteam – diesmal ohne Jacqueline Graff – motivierte die Jungs eingehend vor dem ersten Spiel gegen den altbekannten Konkurrenten aus Radeberg. Dieser konnte in der Vorrunde zwei Mal besiegt werden und schien sich etwas vorgenommen zu haben. Obwohl wir nach 3 Minuten nochmals zum 2:2 ausgleichen konnten, stellten die Radeberger unsere Jungs vor große Probleme. Mit ihrer kernigen, jedoch nicht unfairen Manndeckung, verbunden mit dem unbedingten Willen unseren Jungs den Ball abzunehmen, machten sie den Pulsnitzern die Offensive schwer. Aus unseren Ballverlusten erzielten sie über beeindruckende Eins-gegen-Eins-Aktionen und schnelles, sicheres Passspiel einfache Tore. Wir schienen irgendwie immer einen Schritt langsamer und einen Gedanken hinterher zu sein. Möglicherweise waren die Pulsnitzer im Kopf noch im vorangegangenen Grundschul-Skilager, an welchem die halbe Pulsnitzer Mannschaft teilnahm. Beim Spielstand von 3:6 nahm das Trainerteam eine Auszeit. Die Jungs sollten etwas aus ihrer Lethargie gerissen werden, im Angriff in ihr bekanntes Laufspiel finden und zu mehr Gegenwehr in der Abwehr animiert werden. Jedoch verpuffte die Auszeit vollkommen und Spieler, Trainerteam und Fanblock mussten etwas ratlos mitansehen, wie Radeberg bis zur Pause auf 4:10 enteilte. Dieser ungewohnte Spielverlauf nagte schon sichtlich an unseren sonst so erfolgreichen kleinen Nachwuchshandballern. Mit tröstenden, aber auch animierenden und Lösungen aufzeigenden Worten versuchte das Trainerteam in der Halbzeitpause eine Wende herbeizuführen. Dies gelang jedoch nur sehr begrenzt. Obwohl die Spieler nun merklich intensiver in der Abwehr agierten und Torwart Louis sich steigerte, wuchs der Rückstand auf kaum Fehler machende Radeberger bis zum 9:20 immer weiter an. Ein Lichtblick war, dass wir die letzten 4 Spielminuten mit 6:2 gewinnen und somit den Rückstand bis zum Spielende und Endstand von 15:22 etwas verkürzen konnten. Insgesamt konnte man dem starken Eins-gegen-Eins der Radeberger im Angriff und ihrer zupackenden Abwehr zu wenig Spielfreude, Laufbereitschaft und mentale Frische entgegensetzen und kassierte eine schmerzliche und verdiente Niederlage.
Sollte dieser kalte Wintertag im verschneiten Hoyerswerda ein vollkommener Reinfall werden? Mitnichten! Nach nur einem Spiel Pause, zeigten die Pulsnitzer eine beeindruckende Reaktion. Gegen die Hausherren aus Hoyerswerda legte man los wie die sprichwörtliche Feuerwehr. Wie ausgewechselt erkämpften wir uns Zweikampfsiege gegen größere Gegner, klauten Bälle und kamen über viel Laufbereitschaft zu einfachen schnellen Toren. Mit Louis als sicherem Rückhalt im Tor konnten wir uns durch schnell ausgespielte Angriffe bis zur Pause auf 4:15 absetzen. Im zweiten Abschnitt bekamen alle Spieler Einsatzzeit und keiner enttäuschte. Jeder Feldspieler konnte sich in die Torschützenliste eintragen, Jim und Leif zeigten tolle Paraden und wir konnten das Auswärtsspiel mit 14:29 für uns entscheiden. Die Spieler können stolz auf diesen Comeback-Sieg sein. Nach so einer enttäuschenden Niederlage gegen Radeberg dann im zweiten Spiel eine solche Reaktion zu zeigen hat uns als Team einen Schritt vorangebracht.
Fazit: Obwohl unsere jungen Handballer Niederlagen nicht gewohnt sind, gehören sie zum Handball dazu. Wir müssen lernen, schon im Spiel auf negative Phasen zu reagieren und im Kopf stark und zuversichtlich zu bleiben. Mit intensiviertem Abwehrtraining und auch mehr Körperlichkeit in den Eins-gegen-Eins Aktionen werden wir in Verbindung mit unseren Offensivqualitäten gestärkt aus diesem durchwachsenen Spieltag hervorgehen. Die nächste Möglichkeit sich zu beweisen hat unsere E-Jugend zum Nachholspieltag am 22. Februar in Eibau gegen Schleife und Eibau.
Es spielten:
L. Schölzel, L. Samoila und J. Hommel im Tor; K. Heinrich (8), L. Mager (8), P. Kandziora (2), B. Schwenke (11), J. Berthold (1), L. Richter (1), B. Leonhardt (6), J. Zumpe (1), D. Neumann (1) und A. Dietze (5)
Michael Schwenke
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